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August 2026

Da wohnt ein Sehnen tief in uns

Manchmal meldet sie sich ganz leise, an einem Sommerabend, beim Blick in die Weite, in einer stillen Minute nach einem langen Tag oder mitten in einem Gespräch, das das Herz berührt: die Sehnsucht.

Sie gehört zu unserem Leben wie das Atmen.

Wir sehnen uns nach Liebe, nach Frieden, nach Verbundenheit, nach einem Leben, das Sinn hat.

Manchmal glauben wir, Sehnsucht sei ein Zeichen dafür, dass uns etwas fehlt. Doch vielleicht ist sie mehr als das. Vielleicht ist Sehnsucht ein Wegweiser. Sie zeigt uns, was unserem Herzen wichtig ist. Sie erinnert uns daran, dass wir nicht nur funktionieren, leisten und organisieren möchten. Wir wollen leben, wir wollen lieben, wir wollen dazugehören, wir wollen Spuren der Hoffnung hinterlassen.

Auch die Sehnsucht nach Heilung wohnt in vielen Menschen. Denn niemand geht unversehrt durchs Leben. Wir kennen Enttäuschungen, Verletzungen oder Verluste. Und doch lebt in uns die Hoffnung, dass das Leben grösser ist als das Zerbrochene. Dass Versöhnung möglich ist. Dass Frieden wachsen kann. Dass wir angenommen sind – auch mit unseren Grenzen.

Heilung meint nicht, vollkommen zu werden. Heilung bedeutet immer mehr der Mensch zu werden, der wir im Innersten sind.

Für mich berührt die Sehnsucht deshalb auch eine spirituelle Dimension. Sie führt mich zu der Frage: Was trägt mich wirklich? Was lässt mein Leben aufblühen? Wo erfahre ich Liebe, die grösser ist als ich selbst?

Im christlichen Glauben hat diese Liebe einen Namen: Gott. Nicht als ferne Idee, nicht als Antwort auf alle Fragen, sondern als Quelle des Lebens, als Quelle der Liebe, als Quelle der Hoffnung.

Ich denke in unserer Sehnsucht pulst bereits eine leise Ahnung davon. Und vielleicht lohnt es sich, ihr hin und wieder zuzuhören.

Denn da wohnt ein Sehnen tief in uns.

Herzlichst Volker Houba