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April 2026

„Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25)

Ostern beginnt nicht mit einem Triumph, sondern mit einem Grab. Mit Trauer. Mit Fragen. Mit dem Eindruck: Alles ist vorbei.
Maria steht am leeren Grab. Sie weint. Sie sucht einen Toten – und findet das Leben. Genau hier spricht Jesus eines seiner stärksten Worte:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Nicht: Ich erkläre euch die Auferstehung.
Nicht: Ich zeige euch einen Weg dorthin. Sondern: Ich bin es. Ostern ist deshalb nicht zuerst ein Fest der richtigen Überzeugungen, sondern ein Fest der Begegnung. Der Auferstandene begegnet Menschen mitten in ihrer Verzweiflung, mitten in ihrem Zweifel, mitten in ihrem Alltag.
Er begegnet ihnen so, wie sie sind – mit ihren Brüchen, mit ihren offenen Fragen, mit ihrer lähmenden Müdigkeit.
Auch wir kennen solche Gräber. Gräber aus Enttäuschung. Gräber aus Trauer um einen geliebten Menschen.
Gräber aus Hoffnungslosigkeit, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht, eine Beziehung zerbricht oder die Kraft fehlt, nach vorne zu schauen. In all das hinein spricht Jesus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Das ist kein billiger Trost. Kein „Es wird schon wieder“. Es ist eine Zusage: Wo du kein Leben mehr siehst, bin ich da. Wo du glaubst, alles sei endgültig, fange ich neu an. Auferstehung meint mehr als das, was einmal nach dem Tod kommt. Sie beginnt schon jetzt.
Überall dort, wo Menschen wieder aufatmen können. Wo Schuld nicht das letzte Wort behält. Wo Versöhnung möglich wird: Mit Gott, mit sich selbst (Gefühle und Verstand kommen wieder in Einklang) und dann hoffentlich auch mit dem Gegenüber. Wo jemand den Mut findet, neu anzufangen – trotz allem.
Ostern sagt: Gott hat sich nicht mit dem Tod abgefunden.
Nicht mit dem Tod Jesu. Und auch nicht mit dem, was unser Leben klein, hart oder hoffnungslos macht. Der Auferstandene trägt noch die Wund- male. Das Grab ist leer – aber die Narben sind geblieben. Auch das ge- hört zur Osterhoffnung: Gott wischt nicht einfach alles weg. Er verwan- delt. Er nimmt das Verletzte ernst und macht daraus neues Leben. Viel- leicht ist Ostern für Euch in diesem Jahr leise.
Vielleicht voller Sehnsucht. Vielleicht auch voller Zweifel.
Ihr seid eingeladen: dieses Wort mit- zunehmen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Nicht als Forderung, sondern als Geschenk.
Nicht als fertige Antwort, sondern als Begleitung.
Ostern sagt: Das Leben hat das letzte Wort.
Und es trägt einen Namen – seinen Namen: Jesus Christus: Gestern – heute und in Ewigkeit.

Aus dieser Verbundenheit heraus: 
Frohe Ostern, herzlichst  
Volker Houba